Elternkreis
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„Eltern drogengefährdeter und –abhängiger Jugendlicher Köln II“
„Eltern drogengefährdeter und –abhängiger Jugendlicher Köln II“

Sammys Song

Dieser sehr emotionale, persönliche Raptext stammt vom Bruder eines jungen Mannes, der im Laufe seiner Drogenabhängigkeit eine Psychose entwickelt hat und macht ganz intensiv deutlich, was das auch für die ganze Familie bedeutet.

 

Mama war noch jung, doch auf dich freute sie sich.

Mein großer Bruder, sie war so stolz auf dich.

Sie wollte dich locker erziehen, einfach besser sein,

doch irgendwie fiel sie auf ihr Leben rein.

 

Du wurdest älter, warst uns ein großer Bruder,

und wir gerieten dir nie aus dem Ruder.

Du warst verspielt, eben ein richtiges Kind,

niemals hätte Mama gedacht, dass du ihr aus den Händen rinnst.

 

Drogen haben nicht nur dein Leben sondern auch Mamas zerstört,

dabei haben dir unsere Eltern von den Gefahren gelehrt.

 

Du warst 13 und rauchtest du deinen ersten Joint,

bekamst ihn geschenkt von einem falschen Freund.

Die Schule war für dich unwichtig, nur noch Dreck,

immer öfter bliebst du vom Unterricht weg.

 

Mit 15 warst du süchtig nach Bongs und Pillen,

Du hast Mama bestohlen, um deine krankhafte Sucht zu stillen.

Sie hat viel geweint, geglaubt und gekämpft um dich,

und dabei fast vergessen, Papa, ihren zweiten Sohn und mich.

 

Drogen haben nicht nur dein Leben sondern auch meins zerstört

oder hast du noch nie was vom Stolz eines Bruders gehört?

 

Papa versuchte mit dir zu reden, gab dir Hausarreste,

diese Art von Bestrafung hielt er für das Beste.

Warst du manchmal clean, war er stolz auf dich,

doch auf die Drogenscheiße verzichten konntest du nicht.

Den Schulabschluss schafftest du nicht, es war dir nicht wichtig,

das Gelabere bei der Drogenberatung fandst du nicht richtig.

Alkohol war zu den Drogen noch dein einziger Freund

und wenn man bedenkt, es fing alles an mit einem Joint.

 

Drogen haben nicht nur dein Leben, sondern auch Papas zerstört.

Du hast doch bestimmt was von bösen Dealern auf Straßen gehört.

 

Keinen Job, keine Perspektive, Wohnen im Obdachlosenasyl,

polytox heißt, du nahmst von den Rauschmitteln viel zu viel.

Den Körper ruiniert, Mama flehte dich immer wieder an.

Junge lass dir helfen, doch keine Menschenseele liest du ran.

 

Du wolltest Pep, Speed und Ecstasy, durch die Nase zogst du Chemie.

Nun bist du ein seelischer Krüppel, leidest an Schizophrenie.

Du bist mehr in der Anstalt, das reale Leben siehst du nicht mehr.

Papa verzweifelt und Mama depressiv sie weint, aber keine Tränen mehr.

 

Drogen haben nicht nur dein Leben, sondern auch das unserer Familie zerstört,

Du hast bestimmt noch nie was von Coabhängigkeit gehört.

 

Nun bist du krank, wirst nicht mehr gesund,

sollte ich dich kiffen sehn, hau ich dir den Joint aus dem Mund.

Unter Betreuung, du kannst nicht mehr stehen auf eigenen Beinen

und ich könnte den ganzen Tag nur noch schreien und weinen.

 

Jeden Dealer, den ich seh, könnt ich so verdreschen,

doch ich weiß, sie würden sich nur blutig rächen.

Mein großer Bruder, warum musste es soweit kommen?

Warum hast du nur diese Scheiß Drogen genommen?

 

Drogen haben nicht nur dein Leben und deine Gesundheit zerstört,

sie haben auch die Dealer reich und fett genährt.                             

 

20.02.2006 Sammy W.

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26.11.2019, 20.00 Uhr

Besuch der Kölner Suchtselbsthilfe KSH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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